André Vard - Social Media

In Zukunft poste ich auf Facebook & Instagram keine Inhalte mehr direkt sondern nur noch Verweise und Links auf Inhalte meiner Webseite bionicsounds.com.

Warum dieser Ausstieg und doch nicht so ganz?

Nun, am Anfang hatte man auf Facebook tatsächlich das Gefühl, Teil einer großartigen Kommunikationsplattform zu sein. Soziale Medien waren in aller Munde und Facebook setzte sich als Treffpunkt durch. Facebook war jedoch bald schon überfrachtet mit allerlei Funktionen, und davon viel zu viele. Da machte ein zusätzlicher Auftritt bei Instagram Sinn, wo man sich mit der Präsentation von Fotos und Videos auf wesentliches beschränkt, und das primär für Smartphones ausgelegt ist.
Ein Freund von WhatsApp war ich noch nie. Chatten mit oft viel zu persönlichen Inhalten und ohne richtige Datensicherheit, war mir suspekt. Wer die AGB von WhatsApp genau liest, stellt fest, dass es die irrsinnigste Datenkrake von allen ist. Nach wenigen Wochen löschte ich mein Profil dort wieder. Kurz danach wurden WhatsApp und Instagram von Facebook aufgekauft.

Persönliche Dinge? Gerne, aber…

Doch als professioneller Künstler, ist es keine gute Sache, nicht dort zu sein, wo alle sind. Wer von seiner Kunst leben muss, muss gesehen werden können – idealerweise von möglichst vielen Menschen. Mal ganz abgesehen davon, dass man sich privat mit Freunden und guten Bekannten ja tatsächlich auch gerne über persönliche Dinge austauschen möchte.

Was Facebook und Co. heute so mit den ganzen Daten und Inhalten machen, ist mittlerweile schon lange bekannt. Wem das noch immer nicht klar ist, der sollte sich bemühen und sich die ganzen Dokumentationen einmal anschauen, die man in sämtlichen TV-Mediatheken so findet. Spätestens danach sollte man erwacht sein und das eigene Netzverhalten konsequent ändern. Dazu muss man als Gewohnheitstier nur die eigene Faulheit überwinden. Was die Datensammelriesen in Zukunft mit den persönlichen Daten der Nutzer machen, ist dagegen noch nicht abzusehen. Es könnte böse werden auf vielen denkbaren Ebenen. Seit Facebook nun massenweise Werbung in die Chroniken schießt und Instagram in seinen Stream, ist das ganze Portal jedenfalls nur noch ein chaotischer Haufen Müll.

Die neueren Datenskandale waren zwar im Prinzip unwichtig für meine Ausstiegs-Entscheidung, weil die Machenschaften dieser Firmen, wie gesagt, sowieso bekannt sind. Aber es gab nun weitere Steine, die ins Fass geworfen wurden. Instagram, bisher noch halbwegs erträglich, tritt ebenfalls mit merkwürdigen Vorgehensweisen in Erscheinung. So hatte bei Instagram mein bionicsounds-Account plötzlich mehr als 2500 Leute abonniert, obwohl ich das selbst nie getan hatte. Ich kannte diese Leute nicht und war ihnen nie gefolgt. Ich hatte nur eine ganze Weile den Account nicht genutzt. Eine Massenlöschung wurde von Instagram zunächst verweigert. Eine per Rechtsanwalt erzwungene Prüfung ergab, dass mein Account aber nie gehackt wurde. Die mir unbekannten Nutzer bzw. Abonnements wurden dann gelöscht. Woher sie kamen bleibt ein Rätsel. Die Möglichkeit besteht, dass Instagram Accounts, die eine Weile still liegen, selbst missbraucht, um aktive Nutzer und aktive Vernetzungen aus geschäftlichen Gründen vorzutäuschen. Das ist übel!

Eigentlich ist es auch etwas sinnlos, diesen Firmen eigene Inhalte durch die eigenen Postings einfach so zur freien Verwendung zu schenken. Denn genau das haben sich diese Firmen über ihre AGB gesichert. Doch wozu sollte man das tun, wenn man eine eigene Webseite hat?!

Deswegen mache ich also nun diesen Teilausstieg – nur zum Teil, weil es aufgrund menschlicher Bequemlichkeit wohl eine ziemlich lange Zeit dauern wird, bis sich vielleicht, und hoffentlich noch ganz viele andere Freunde und Bekannte, von diesen Plattformen verabschieden und sich Alternativen zuwenden.
Nur zum Teil außerdem, weil es auch leider all zu oft komische Menschen gibt, die sich, gerade bei Künstlern/Bands usw., sofort den unbesetzten Namen schnappen, obwohl sie selbst gar nicht so heißen. Dieses merkwürdige Trittbrettfahrertum habe ich noch nie verstanden. Aber ich kenne leider persönlich genug Künstler, die wegen solcher Sachen dann wieder einen Rechtsanwalt beschäftigen mussten. Ich rede wohlgemerkt von den Leuten, die den freigewordenen Namen wirklich missbrauchen, indem sie sich als diese Person ausgeben und versuchen damit Geld zu machen, oder versuchen sich den Namen durch die Betroffenen wieder abkaufen zu lassen. Identitätsdiebstahl ist eine Straftat! Es ist also besser, den eigenen Künstlernamen auf diesen Webseiten der Sozialen Medien durch Nicht-Löschung des Accounts besetzt zu halten. Das kann so einige Mühen ersparen.

Welche Alternativen habe ich heute?

Statt WhatsApp nutze ich schon seit Ewigkeiten Threema. Mit Threema bekomme ich die wichtigsten Funktionen, die auch WhatsApp hat. Der Unterschied: Für Threema ist ein einmaliger kleiner Kaufpreis fällig. Der ist aber sehr klein – und wie gesagt einmalig. Das sind die eigenen Daten absolut wert. Threema bietet End-to-End-Verschlüsselung, ein elegantes Design und keine Mätzchen – und wird entwickelt von einem Unternehmen aus der Schweiz, unterliegt also voll dem Europäischen Datenschutzrecht.
Telegram halte ich auch nicht mehr für besonders seriös, denn es gibt da ein paar Ungereimtheiten, wie angeblich in die USA verlagerte Server. Als weitere Alternative sehe ich noch Signal, aber es ist eventuell bedenklich, dass ausgerechnet der einstige WhatsApp-Gründer einer der Hauptkapitalstifter ist, und auch die US-Regierung diese App fördert. Sicherer als Threema ist Signal jedenfalls nicht, und mir gefallen die Weiterentwicklungen bei Threema. Einziges Manko ist die zur Zeit noch fehlende Funktion für Video-Chat, was aber hoffentlich bald kommt. Kostenlose Telefonie von Threema-Nutzer zu Threema-Nutzer gibt es.
Statt auf Facebook und Instagram setze ich in Zukunft auf Friendica. Diesem Netzwerk traue ich langfristig den großen Wurf zu, sich als Alternative durchzusetzen – mit der Garantie, dass die eigenen persönlichen Daten auch die eigenen persönlichen Daten bleiben – was sowieso der Fall ist, wenn man sogar einen eigenen Friendica-Server aufsetzt, was wiederum, die richtige Hosting-Firma vorausgesetzt, relativ einfach sein soll. Bei HostEurope habe ich da leider so meine Schwierigkeiten, denn angeblich soll es auch mit einem einfachen Webspace-Pack laufen, aber die Installlation bekomme ich bisher nicht hin. Scheinbar ist doch ein Webserver-Pack notwendig. Vielleicht eröffne ich auch auf einem der freien Server ein Profil. Mal sehen.

Friendica und Threema! Das macht zur Zeit Sinn.

Ich weiß, es geht noch viel mehr – und es wäre auch noch viel mehr nötig, um den großen Datenkranken endgültig den Rücken zu zukehren, aber es ist immerhin ein Anfang, sich davon zu befreien.

Vielleicht kann es Dich ja auch überzeugen, lieber diese Alternativen zu nutzen, endlich frei von dieser großen Datenunsicherheit zu sein, und wieder wirklich zu kommunizieren? Mich würde es freuen!

Friede! 🙂

P.S.: Und statt Google nutze ich Qwant.

av, 08.06.2018

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2 thoughts on “Ausstieg aus Facebook, Instagram, WhatsApp & Co.?

  1. tingletangleblob

    Hi André, super Artikel! Dem kann ich nur zustimmen. Wenn man facebook und whatsapp nutzt, verkauft man seine Daten, und damit irgendwie sich selbst, im Grunde genommen für gar nichts. Es gibt heute wirklich Alternativen, die besser sind. Friendica finde ich auch sehr spannend. Bist du dort schon zu finden? Gruß Karsten

    1. Vard

      Hi Karsten, ich habe bisher einen kleinen Test-Account bei Friendica, um das System kennenzulernen. Ich bin dort noch nicht groß aktiv. Mein Plan ist, einen eigenen Friendica-Server aufzusetzen und ab dann bin ich da auch richtig am Start. Feststellen musste ich bisher, dass man sich die Pakete der Hoster/Provider genau anschauen muss, denn ein Friendica-Server lässt sich nicht einfach überall installieren, auch wenn die Friendica-Gemeinde alles gibt, um es so einfach wie möglich zu machen. Für einen eigenen Server muss ich also ein bisschen tiefer einsteigen, aber das ist es mir wert. Wenn es Dich auch interessiert, dann melde Dich doch auch bei einem der vielen freien Server-Knoten mit einem Account zum Testen an – der lässt sich jederzeit auch leicht wieder löschen. Gruß zurück, André

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